P.S.
Welche Freude zu hören, dass das Feature von Marcel Raabe und Manuel Waltz
Ostdeutsche Leben
Liebe in Zeiten der Schichtarbeit
gerade an diesem "Tag der Arbeit" nochmals gesendet wurde.
Regie: Matthias Kapohl
Es sprachen: Aischa Lina Löbbert, Gustav Schmidt
und Sören Wunderlich
Ton und Technik: Hendrik Manook und Oliver Dannert
Redaktion: Ulrike Bajohr / Jenny Marrenbach
Produktion: Deutschlandfunk 2019
Wiederholung vom 24.05.2019
Die Entrümpelung eines Hauses in einem früheren Leipziger Arbeiterviertel fördert ein Notizheftchen zutage. Es ist randvoll gekritzelt mit Liebesschwüren, Kochrezepten und vergeblichen Verabredungsversuchen. Wer hat das geschrieben und warum?
Etwa ein Jahr lang, 1988/89, versucht ein junges Paar – werdende Eltern – über ein unscheinbares Heft nicht nur Kontakt zu halten, sondern im asynchronen Takt der Schichtarbeit eine Beziehung zu führen. Oft finden die Liebenden einander nur schlafend vor. Bald danach rauscht die Geschichte über den Stadtteil hinweg: Mauerfall, Kollaps der Industrie, Wegzug der Arbeiter, kurz ein bisschen Anarchie auf den Trümmern der DDR. 30 Jahre später gilt der Leipziger Westen immer noch als Paradies für Lebenskünstler, obwohl auch hier die Mieten in die Höhe schießen. Während sich die Autoren fragen, wie sie mit dem Notizheft umgehen sollen – ob eine Veröffentlichung ein unzulässig intimer Einblick in das Privatleben zweier Unbekannter oder ein Zeitdokument ist – kommt ihnen ein Zufall zu Hilfe: Der erwachsene Sohn des Paares taucht auf, und damit auch seine Mutter.